Stadt Rheinfelden - Umsetzung des Klimaanpassungskonzeptes des AWO-Hauses

Der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Lörrach e. V. hat das Klimaanpassungskonzept für das AWO-Haus in Rheinfelden umgesetzt. Das Haus wurde umfangreich umgestaltet, indem u. a. neue Fenster eingebaut und die Fassade gedämmt wurde. Das Dach wurde umgebaut und begrünt. Das Gebäude wurde so gestaltet, dass es die vulnerablen Personengruppen vor Ort sowohl vor Kälte als auch vor Hitze schützt. Außerdem wurden Parkflächen entsiegelt, ein Baum wurde gepflanzt und die Hausfassaden begrünt. Bis Juli 2026 sollen die Außen- und Innenbepflanzung sowie der Windfang im hinteren Gebäudeteil fertiggestellt werden. 

Zu sehen ist ein Eckhaus mit zwei Stockwerken. Im Erdgeschoss sind Schaufenster. Es hängen Schilder an der Fassade auf denen steht "Möbel", "Möbelhaus" und "Laule". Über der Eingangstür hängt ein Schild, auf dem steht "AWO Schatzkästlein".

AWO-Haus vorher. Quelle: AWO Lörrach e.V.

Zu sehen ist die Fensterseite eines weißen Hauses mit zwei Stockwerken.

Ostseite nachher. Quelle: AWO Lörrach e.V.

Zu sehen ist die Fensterseite eines braunen Hauses mit zwei Stockwerken.

Ostseite vorher. Quelle: AWO Lörrach e.V.

Zu sehen ist ein entsiegelter, grüner Parkplatz vor einer Hauswand. Am Rand ist ein Beet mit einem jungen Baum und kleinen Pflanzen. An der Hauswand wächst eine Kletterrose.

Entsiegelter Parkplatz nachher. Quelle: AWO Lörrach e.V.

Zu sehen ein versiegelter Parkplatz vor einem Haus.

Versiegelter Parkplatz vorher. Quelle: AWO Lörrach e.V.

Förderprogramm
Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen (AnpaSo) – Förderschwerpunkt 2.2
Laufzeitbeginn
01/2024
Laufzeitende
07/2026
Name der Gebietskörperschaft / Einrichtung
Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Lörrach e.V.
Bundesland
Baden-Württemberg

Ziele und Aktivitäten

Motivation

Das AWO-Haus war aufgrund von teils nicht gedämmten Wand- und Dachflächen, einfach- oder doppeltverglasten Fenstern und fehlendem Sonnenschutz nicht gut vor heißen und kalten Temperaturen geschützt. Da die Auswirkungen des Klimawandels auch in Rheinfelden mit immer mehr Hitzetagen sowie häufiger starken Platzregen zunehmend spürbar sind und sich im AWO-Haus viele Menschen aus vulnerablen Personengruppen aufhalten, die einen besonderen Schutz, besonders vor Hitze, bedürfen, hat der unzureichende Schutz des Gebäudes den Anpassungsbedarf verdeutlicht. Die regelmäßige Überschreitung von Temperaturen über 30 °C in den oberen Etagen machen entsprechende Anpassungsmaßnahmen sogar zwingend notwendig. 

Spezifikation

Das Klimaanpassungskonzept, welches 2021 im Rahmen des ersten Förderaufruf der Förderrichtlinie Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen (AnpaSo) erstellt wurde, sollte umgesetzt werden.  

Die erarbeiteten Anpassungsmaßnahmen betreffen zwei Bereiche: den sommerlichen Wärmeschutz des Gebäudes und den Schutz vor Starkregenereignissen. 

Um den Wärmeschutz zu erreichen, wurden folgende Maßnahmen empfohlen: 

  • Dämmung von Außenwand und Dach 
  • Wärmeschutzverglasung für Fenster und Türen 
  • Verschattung 
  • Windfänge 
  • Nachtlüftungsmöglichkeiten 
  • Begrünungen außen wie Innen 
  • Entsiegelung des Parkplatzes 
Kooperation und Vernetzung

Für das Anpassungskonzept wurde das Ingenieurbüro Klaeger & Weber Energiekonzepte beauftragt. Bei der anschließenden Umsetzung waren das Architekturbüro mit Herrn Kurt Ohlenschläger FePart GmnH beteiligt. Die Umsetzung wurde von der AWO koordiniert, aber es ergab sich eine organische Zusammenarbeit mit allen beteiligten Unternehmen.  

Außerdem war das Projekt durchgehend durch den Projektträger Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) kompetent vor allem durch Herrn Thomas Petersen begleitet und unterstützt.

Erkenntnisse

Projektergebnisse

Das Anpassungskonzept konnte wie geplant umgesetzt werden, sodass das Gebäude nun gut vor Hitze aber auch vor Kälte schützt: 
Das Dach wurde gedämmt und umgebaut, sodass es jetzt auf den verschiedenen Gebäudeteilen sinnvoll miteinander verbunden ist. Außerdem konnte das Dach teilweise begrünt werden, wodurch in den entsprechenden Bereichen eine zusätzliche Dämmung erreicht und ein ökologischer Mehrwert geschaffen wurde. Die Gebäudefassaden wurden gedämmt und neu gemacht und auch die Fenster sind ausgetauscht worden. Die Fertigstellung des vom Daches, dern Fenstern und der Fassade im Sommer 2025 war der erste Meilenstein, der gefeiert werden konnte. Im Winter 2025/26 konnte bereits festgestellt werden, dass sich der Keller durch die Gebäudedämmung endlich vernünftignun ausreichend heizen lässt. Außerdem wurde das Aussehendas Erscheinungsbild des Hauses durch die größeren Schaufenster, die neu gemachte Fassade und die Fassadenbegrünung deutlich aufgewertet. 

Anders als geplant wurde der Windfang im Eingangsbereich nach außen gebaut und nicht wie geplant im Gebäudeinneren, da dort schlichtweg kein Platz dafür war. Mit dem Bau außen konnte eine gute Lösung gefunden werden.  

Die Gebäudefassaden wurden bereits im Herbst 2025 begrünt, eine Parkplatzfläche wurde entsiegelt und ein Baum wurde gepflanzt. Die restliche Außenbepflanzung sowie die Innenbegrünung werden bis zum Projektende im Sommer 2026 fertiggestellt. Auch die Nachtdurchlüftung wird bis zum Projektende umgesetzt, sodass das Gebäude im Sommer durch die kühlen nächtlichen Temperaturen noch besser abgekühlt wird. Der Windfang im hinteren Gebäudeteil wird ebenfalls noch bis zum Projektende fertig gebaut. 

Herausforderungen

Herausfordernd war die Deckelung des Förderbetrags, die bei der Erstellung des Anpassungskonzepts nicht vorhanden war. Die Optionen schienen dadurch zunächst eingeschränkt, aber durch die passende Unterstützung des Projektträgers konnte das Konzept doch gut mit dem gedeckelten Förderbetrag umgesetzt werden.  

Ebenfalls herausfordernd war die detaillierte Darstellung, warum und welche vulnerable Personengruppen im AWO-Haus betroffen sind. Da im AWO-Haus Menschen aus vulnerablen Gruppen arbeiten, aber auch dort im Sozialkaufhaus einkaufen, finden sich unterschiedliche Betroffenheiten wieder, die für die Antragstellung erläutert werden mussten. 

Erkenntnisse

Die größte Erkenntnis für die Projektleitung war, dass sich der Aufwand und die Arbeit um die Antragsstellung lohnt. Außerdem sind Synergieeffekte entstanden, dass bspw. durch die Dämmung weniger Energie verbraucht wird, wodurch die Strom- und Heizkosten gesenkt werden konnten. Darüber hinaus ist die Wertschätzung gegenüber der Einrichtung sowie dem Personal, Ehrenamtlichen und Kunden gestiegen, was positive Auswirkungen hat.

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