Warum Klimaanpassung?
Klimaanpassung ist wichtig! Die Klimakrise hat schon heute spürbare Auswirkungen auf Regionen, Städte und Gemeinden in ganz Deutschland. Zahlreiche Kommunen hatten in den vergangenen Jahren mit extremen Wetterphänomenen wie Starkregen, Hitze- und Dürreperioden oder Unwettern mit Überflutungen, Hagel und Stürmen zu kämpfen. Diese Extremwetterereignisse nehmen mit fortschreitendem Klimawandel in Anzahl, Dauer und Intensität zu.
Umweltminister Carsten Schneider (BMUKN):
"Der Klimawandel und seine Folgen stehen überall auf der Tagesordnung. Weil er überall gesehen und erlebt wird. Und weil die Menschen verstanden haben, dass wir etwas tun müssen – und viel wichtiger: dass sie etwas tun können."
Pressemitteilung BMUKN Nachhaltigkeitsgipfel 2025
„Die Natur ist unsere wichtigste Verbündete, sowohl gegen Hitze und Trockenheit, als auch gegen Starkregen und Überschwemmungen. Wenn wir es richtig anstellen, hilft sie uns, Wasser zu speichern und Landschaften abzukühlen."
Betroffenheiten erkennen - Maßnahmen entwickeln
Kommunen sind unterschiedlich stark von Klimawandelfolgen betroffen. Geografische Lage, Größe, Infrastruktur, Demografie und zahlreiche andere Faktoren machen Klimaanpassungskonzepte und Maßnahmen notwendig, die zielgenau auf die jeweiligen Bedürfnisse angepasst sind.
Trotz der insgesamt deutlich gestiegenen Betroffenheit fehlen vielen Kommunen und sozialen Einrichtungen grundlegende Informationen und Daten, um wichtige Vorsorge- und Klimaanpassungsmaßnahmen angemessen in die eigenen Planungsprozesse zu integrieren. Für die Identifikation der Klima-Hotspots vor Ort braucht es daher geeignete Instrumente wie Klimawirkungs- und Vulnerabilitätsanalysen und für die Umsetzung abgestimmte Maßnahmenkataloge, Starkregengefahrenkarten oder Hitzeaktionspläne.
Klimaanpassung ist ein kontinuierlicher Prozess. Betroffenheiten müssen erkannt und die entsprechenden Konzepte und Maßnahmen entwickelt werden. Doch auch erfolgreich umgesetzte Klimanpassungsmaßnahmen sollten regelmäßig hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Effektivität überprüft, bewertet und bei Bedarf angepasst werden. Das Zentrum KlimaAnpassung unterstützt in allen Phasen der Entwicklung, Umsetzung und Monitorings integrierter Klimaanpassungskonzepte sowie bei der Vernetzung relevanter Akteure vor Ort.
Vernetzung und Kooperation – Grundlagen für erfolgreiche Klimaanpassung
Viele Folgen des Klimawandels, wie Starkregen oder Veränderungen in der Tier- und Pflanzenwelt, machen nicht an kommunalen Grenzen halt, sondern treten flächendeckend auf. Das hat Einfluss auf die Verkehrswegeplanung, die Land- und Forstwirtschaft sowie viele andere kommunenübergreifende Handlungsfelder. Hier sind intensive Kooperationen und Abstimmung über thematische Aufgabenfelder und kommunale Grenzen notwendig. Kooperation und Vernetzung helfen, Geld und Ressourcen zu sparen sowie den Wissens- und Erfahrungsaustausch zu fördern.
Auch soziale Einrichtungen profitieren erheblich von Vernetzungsaktivitäten und Wissensaustausch. Besonders bei Institutionen mit gleichen Betreuungs- und Aufgabenfeldern, wie Krankenhäusern, Pflegeinrichtungen oder Kindergärten lohnt sich die gegenseitige Kontaktaufnahme.
Vernetzen Sie sich! Informieren Sie sich, wer bereits Anpassungsprozesse geplant und durchgeführt hat. Wie erhalte ich eine Förderung? Worauf muss ich achten? Mit welchen Kosten und Aufwänden muss ich rechnen? Wie kann ich Betroffene und Personal in die Prozesse einbinden? Vernetzung und Kooperation sind die Grundlagen für die erfolgreiche Umsetzung von Klimaanpassungskonzepten vor Ort. Wir unterstützen Sie dabei.
Investitionen in Klimaanpassung reduzieren Kosten
Maßnahmen zur Klimaanpassung erfordern lokale Investitionen und Vorkehrungen, um die kommunale Infrastruktur - wie Straßen, Kanalisation oder öffentliche Gebäude - zu schützen. Auch in sozialen Einrichtungen, von Krankenhäusern, Pflege- und Altenheimen, Hospizen, Kindergärten und Schulen bis zu Geflüchteten- und Obdachloseneinrichtungen, sind Investitionen in Klimaanpassungsmaßnahmen notwendig. Sie tragen wesentlich dazu bei, die Folgen von extremer Hitze oder von Starkregen für die jeweiligen Ziel- und Betreuungsgruppen zu mildern.
Investitionen in Klimaanpassung sind somit Investitionen in eine lebenswerte Gemeindeinfrastruktur sowie in die Gesundheit, Lebensqualität und das Wohlbefinden der Menschen vor Ort. Gleichzeitig können sie die Artenvielfalt und die künftige Verfügbarkeit von Wasser verbessern. Investitionen in Klimaanpassung reduzieren die durch den Klimawandel entstehenden Kosten erheblich. Durch Vorsorge- und Anpassungsmaßnahmen können Kommunen und soziale Einrichtungen zukünftigen Schäden und den damit verbundenen Kosten für Wiederaufbau und Reparatur, gesundheits- oder wetterbedingten Arbeitsausfällen und steigenden Gesundheitskosten präventiv entgegenwirken.
Klimaschutz und Klimaanpassung zusammen denken
Klimaschutz und Klimaanpassung sind zwei Seiten derselben Medaille - und sollten daher zusammen gedacht und umgesetzt werden. Klimaschutzmaßnahmen tragen dazu bei, die Erderwärmung und Umweltzerstörung abzumildern oder gar zu verhindern. Der Fokus von Klimaschutzmaßnahmen liegt auf der Reduktion von Treibhausgasemissionen. Klimaanpassungsmaßnahmen hingegen zielen auf einen zukunftsfähigen und lebenswerten Umgang mit den bereits spürbaren Auswirkungen des Klimawandels ab. Dies ist überall dort entscheidend, wo Menschen unmittelbar von den Folgen des Klimawandels betroffen sind - vor Ort in den Kommunen und sozialen Einrichtungen.