Senat Berlin - Der Blau-Grüne Infrastrukturplaner (BGI-Planer)
Von 2022 bis 2026 hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen Berlin gemeinsam mit den Berliner Wasserbetrieben, der Berliner Regenwasseragentur, dem Kompetenzzentrum Wasser Berlin und der Technologiestiftung Berlin den digitalen Blau-Grünen Infrastrukturplaner (BGI-Planer) entwickelt. Die kartenbasierte Open-Source-Anwendung unterstützt Verwaltungsmitarbeitende bei der Klimaanpassungsplanung: von der Analyse von Handlungsbedarfen, über die Planung konkreter Maßnahmen, bis zur Bewertung ihrer Wirkung auf den lokalen Wasserhaushalt, den Gewässerschutz, die Überflutungsvorsorge und das Stadtklima (Hitze).
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Ziele und Aktivitäten
Die Anpassung an den Klimawandel ist eine der zentralen Herausforderungen der Berliner Stadtentwicklung. Die zunehmende Urbanisierung verstärkt die Notwendigkeit, Hitze- und Starkregengefahren wirksam zu begegnen. Die Rahmenbedingungen für die erfolgreiche Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen sind jedoch oftmals nicht für alle Beteiligten erkennbar. In der Planung wird das Thema zudem häufig erst spät berücksichtigt, was die Umsetzung erschwert. Mit dem Blau-Grünen Infrastrukturplaner (BGI-Planer) stellt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen ein neues digitales Werkzeug bereit, das Rahmenbedingungen und Möglichkeiten frühzeitig aufzeigt und Planungen für ein klimaresilientes Berlin erleichtert.
Ziel des Projekts SmartWater war die Entwicklung digitaler und innovativer Anwendungen zum Thema Klimaanpassung. Das Teilprojekt zum BGI-Planer setzte bei Planungsprozessen der Stadtentwicklung in der Verwaltung an.
Mithilfe des BGI-Planers werden Verwaltungsmitarbeitende aus der Wasserwirtschaft sowie der Stadt- Freiraum- und Verkehrsplanung bei der Planung von Klimaanpassungsmaßnahmen unterstützt. Die frühzeitige und sektoral integrierte Betrachtung kann Planungsprozesse effizienter und wirksamer gestalten, so zum Beispiel in der Bewertung von Bebauungsplänen, der Entwicklung von qualifizierten Freiflächenplänen oder bei der Aufstellung von städtebaulichen Wettbewerbskriterien.
Darüber hinaus wurde der BGI-Planer als Open-Source und Open-Data Anwendung konzipiert. Somit können auch Planer:innen außerhalb der Verwaltung die Anwendung nutzen. Die öffentliche Verfügbarkeit des Quellcodes ermöglicht zudem, dass sich andere Kommunen die Anwendung aneignen können.
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen hat die Anwendung im Rahmen des Projekts SmartWater mit einer Reihe von Projektpartnern entwickelt. Das Kompetenzzentrum Wasser Berlin koordinierte das Projekt und erarbeitete die wissenschaftlichen Modellierungen. Die Berliner Wasserbetriebe und die Berliner Regenwasseragentur unterstützen mit ihrer Wasserexpertise die Konzeption. Die technische Umsetzung und die Entwicklung des User Interface erfolgte durch die Technologiestiftung Berlin. Darüber hinaus waren die Bezirksämter Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klima und Umwelt inhaltlich eingebunden.
Die Zusammenarbeit erfolgte im Rahmen regelmäßiger Routinen mit allen Projektpartnern. Des Weiteren gab es zu Beginn der Projektlaufzeit sowie nach jedem substanziellen Entwicklungsfortschritt und am Projektende offene Formate, in denen sich andere Behörden und Expert:innen einbringen konnten, um ihre Bedarfe und Anforderungen an die Anwendung zu äußern, Feedback zu geben und das Projekt mitzugestalten.
Erkenntnisse
Das Ergebnis ist ein prototypisches Planungstool, welches nun in der Verwaltungspraxis eingesetzt wird. Die erste Phase nach der Implementierung wird genutzt, um Feedback zu sammeln und die Anwendbarkeit zu optimieren. Nach der erfolgreichen Pilotierung wird geprüft, welche Möglichkeiten der Weiterentwicklung zur Verfügung stehen.
Die Diversität der Projektpartner (unterschiedliche Fachressorts der Verwaltung, Wissenschaft, Landesbetriebe) war eine Herausforderung und Stärke zugleich. Die Zusammenarbeit erforderte ein hohes Level an Kommunikation – das Endprodukt profitierte aber von der interdisziplinären Arbeitsweise.
Ein zentraler Erfolgsfaktor für das Projekt war die direkte Einbindung der Verwaltung, welche sich zu Projektbeginn zu der Verstetigung der Anwendung verpflichtete und aufgrund der durch Projektmittel finanzierten Vollzeitstelle bei der Entwicklung direkt involviert war. Somit konnten die Bedarfe der Verwaltung auf direktem Wege eingebracht und die Anwendung institutionell verankert werden. Weiterhin konnte das Projekt unmittelbar auf den Erkenntnissen aus Vorgängerprojekten (zum Beispiel Amarex) aufbauen.