Vielfältig, verbindend, vorsorgend – Klimaanpassungsmanager*innen und ihre Rolle in der Kommune
Im Rahmen des Sofortprogramms Klimaanpassung des Bundesumweltministeriums (BMUKN, ehem. BMUV) wurde die Förderung von Klimaanpassungsmanager*innen in Kommunen angekündigt. Diese Personalstellen werden über das BMUKN-Programm "Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels" gefördert. Weitere Informationen zur Förderrichtlinie finden Sie auf der Webseite des Projektträgers Zukunft - Umwelt - Gesellschaft (ZUG).
Eine der Aufgaben der Klimaanpassungsmanager*innen ist es, die Erstellung eines Klimaanpassungskonzepts in der Kommune zu koordinieren und umzusetzen. Damit wird Klimaanpassung nachhaltig und strategisch sinnvoll in der Kommune verankert. Die Anpassungsmanager*innen werden von den Kommunen eingestellt. Innerhalb eines gewissen Rahmens, der durch die inhaltlichen Anforderungen des Förderprogramms gesetzt wird, können die Kommunen selbst die gewünschten Qualifikationen für die Stelle festlegen. Diese können je nach Größe der Kommune, bereits vorhandener Expertise oder Schwerpunktsetzung des Konzepts durchaus variieren.
Das Zentrum KlimaAnpassung unterstützt Klimaanpassungsmanager*innen durch ein spezielles Mentoringprogramm. Zudem bietet das Zentrum KlimaAnpassung regelmäßig 2 1/2- tägige Fortbildungen für Anpassungsmanager*innen an. Seit Herbst 2022 werden jährlich 6 Fortbildungen angeboten. Alle Termine finden Sie rechtzeitig in unserem Veranstaltungskalender.
© adelphi/ Seminarteilnehmende, Juli, 2025
Im engen Austausch mit den bereits aktiven Klimaanpassungsmanager*innen ergibt sich ein Einblick in ihren Arbeitsalltag und damit verbunden in die benötigten Qualifikationen und Fähigkeiten. Aus den bisherigen Erfahrungen zeigt sich, dass Klimaanpassungsmanager*innen Generalist*innen mit Fachwissen und Vernetzungskompetenzen sind. Sie führen die verschiedenen kommunalen Fachbereiche zusammen, die an der Entwicklung und Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen beteiligt sind und agieren so als metaphorisches Verbindungsscharnier zwischen den einzelnen Fachbereichen.
Wilma Großmaas, Klimaanpassungsmanagerin in Hamm, bestätigt die Vernetzungs- und bewusstseinsbildende Funktion in der ressortübergreifenden Arbeit in ihrer Stadt:
„Meine ersten Wochen als Klimaanpassungsmanagerin bei der Stadt Hamm haben mir gezeigt: Hier muss das Rad nicht neu erfunden werden. Stattdessen baut meine Arbeit auf bestehenden Projekten mit Klimaanpassungsbezug auf. Häufig werden diese nur noch nicht als solche benannt. Eine meiner Aufgaben in der Umsetzung des Klimafolgenanpassungskonzepts ist es deshalb, bereits Bestehendes miteinander zu vernetzen, Menschen zu bereichsübergreifender Zusammenarbeit zu ermutigen und Klimaanpassung den Stellenwert einzuräumen, den sie braucht.“
Wilma Großmaas, Hamm, Nordrhein-Westfalen
Erforderliche Qualifikationen für die Rolle von Klimaanpassungsmanager*innen sind u.a. ein fachliches Verständnis über die Folgen und Auswirkungen der Klimakrise, Wissen zur Planung und Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen sowie Methodenkompetenzen wie Moderations-, Kommunikations-, Präsentations- und Verhandlungsfähigkeiten und Erfahrungen im Projektmanagement. Kenntnisse zur Arbeit kommunaler Verwaltungen sind ebenfalls hilfreich.
Formale Anforderungen für Klimaanpassungsmanager*innen sind häufig ein abgeschlossenes Fach- oder Hochschulstudium (mindestens Bachelor) der Bau-, Raum- oder Ingenieurswissenschaften und/oder ein Studium mit umweltwissenschaftlichem Schwerpunkt (z.B. Umweltwissenschaften, Umwelttechnik, Umweltschutz, Geografie) oder Schwerpunkt in der Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Public Relations, Kommunikationswissenschaften).