Klimaanpassung durchsetzen – wie Baumentscheide in Berlin, München und in vielen weiteren Städten...

Der Sommer 2026 hat gezeigt: Der Klimawandel ist da, schreitet rapide voran, und seine negativen Folgen spüren alle. Deutsche Kommunen müssen sich sehr viel schneller anpassen. Lernen Sie am Beispiel BaumEntscheid Berlin, wie zivilgesellschaftlicher und direktdemokratischer Druck politische Blockaden überwinden und kommunales Handeln beschleunigen kann. Und lernen Sie am Beispiel München, wie man die Berliner Erfahrungen auf andere Städte übertragen kann.

Der Sommer 2026 war – wieder einmal – ein sehr heiß und trocken. Zwischen Mai und August schätzt das RKI die hitzebedingten Todesfälle auf 19.500 – deutlich mehr als die 2.800 Menschen, die im Straßenverkehr letztes Jahr gestorben sind. Alle Klimaszenarien prognostizieren eine weitere (deutliche) Zunahme solcher Extremereignisse, auf die unsere Städte weder infrastrukturell noch organisatorisch vorbereitet sind. Wenn hier nicht deutlich mehr geschieht, drohen nicht nur mehr Hitzetote, es drohen auch wirtschaftliche Verluste und – in besonders exponierten Regionen und überhitzten Stadtvierteln – auch städtebauliche Einschränkungen (z. B. keine neuen Kitas oder Altenheime) bis hin zur Aufgabe von Siedlungsgebieten. Studien zeigen, dass derlei ‚Horrorszenarien‘ insbesondere dann und dort drohen, wo Städte nicht reagieren, ihre Anpassungskapazitäten vielleicht sogar zurückbauen – angesichts der finanziellen Lage vieler Kommunen kein so unwahrscheinliches Szenario. 

Auch Deutschlands Hauptstadt – sie hat einmal mit dem Slogan ‚arm, aber sexy‘ für sich geworben – muss sparen. Der Berliner Senat hat deshalb in seiner ersten Reaktion auf die Klimaanpassungs-Initiative „BaumEntscheid“ abgewunken: Mehr Bäume und hitzeangepasste Quartiere? Nice to have, aber leider zu teuer. So weit, so erwartbar. Erfahren Sie in unserem Online-Workshop, wie es einem breiten Bündnis zivilgesellschaftlicher Akteure dennoch gelungen ist, den nötigen politischen Druck aufzubauen, den Senat umzustimmen und parteiübergreifend und einstimmig eines der ersten konkreten Klimaanpassungsgesetze für die kommunale Umsetzung zu beschließen, das Ausgaben in Höhe von mindestens 3,2 Mrd. € bis zum Jahr 2040 vorsieht. 

Der Initiator von BaumEntscheid Berlin, Heinrich Strößenreuther, gibt Ihnen dazu Einblicke ‚aus erster Hand‘. Erfahren Sie auch, was es braucht, um einen solchen Beschluss dann auch ‚auf die Straße‘ zu bringen – denn die Barrieren für konsequente und wirksame Klimaanpassung lösen sich ja nicht einfach in Nichts auf. Erfahren Sie außerdem, wie sich – analog zu den Radentscheid- und Klimaentscheid-Bewegungen – eine bundesweite Baumentscheids-Bewegung aufbauen lässt, um kommunale Klimaanpassung schnell, effizient und flächendeckend voranzubringen. Nehmen Sie auch einen Einblick mit in die Frage, wie andere deutsche Städte durch eine kluge Mischung aus zivilgesellschaftlichem Druck und Kooperationsangeboten ihre bereits bestehenden Anpassungsbemühungen deutlich beschleunigen können. Steffi Günther von BaumEntscheid München wird dazu aus der Landeshauptstadt München berichten, wie sich die Berliner Erfahrungen kontextspezifisch übertragen ließen. Diskutieren Sie mit uns, wie es in Ihrer Kommune aussieht – und was es auch bundespolitisch braucht, um unsere Städte klimaresilient umzubauen – möglichst schnell, möglichst effektiv. Wiebke Lass (TU Dortmund) und Dr. Fritz Reusswig (PIK Potsdam) leiten ein und durch die Veranstaltung.

Das erwartet Sie:

1. Ein Flashlight zu Hitze in Städten und möglichen Zukünften

2. Ein Einblick in die Arbeit, die Hürden und die Erfolge von BaumEntscheid Berlin

3. Ein Überblick über die Übertragbarkeit dieses Ansatzes am Beispiel München

4. Eine Diskussion zur Beschleunigung kommunaler Klimaanpassung in Deutschland

Zielgruppe: Der Workshop richtet sich an Verantwortliche, Engagierte und Betroffene aus Politik und Kommunen, Zivilgesellschaft, Wissenschaft sowie weitere Interessierte an den Themen Klimaanpassung/Hitzebezogener Gesundheitsschutz.

Hinweis zur Anmeldung:

Es handelt sich um einen Online-Workshop. Zugang ab 9.50 Uhr über den Einladungslink https://tu-dortmund.zoom.us/j/97653449486?pwd=a7fEK6eSdrbL457q3YmquxLeat6raF.1