Klimapolitik, Demokratie und die Zukunft der globalen Gemeinschaftsgüter

Klimapolitik, Demokratie und die Zukunft der globalen Gemeinschaftsgüter

Herr Prof. Dr. Ottmar Edenhofer

Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

Trotz der Pariser Klimaziele steigen die globalen Treibhausgasemissionen weiter, ein Ausstieg aus fossilen Brennstoffen ist bislang nicht absehbar. Die internationalen Bemühungen zur Begrenzung der Erderwärmung stecken in einer politischen Blockade: freiwillige Selbstverpflichtungen reichen nicht aus, um belastbare und dauerhafte Kooperation beim Schutz globaler Gemeinschaftsgüter zu gewährleisten. In seinem Vortrag analysiert Prof. Dr. Edenhofer die Doppelkrise aus Klimawandel und Biodiversitätsverlust und zeigt, warum bestehende Formen internationaler Zusammenarbeit an ihre Grenzen stoßen. In einer Welt zunehmender Machtkonflikte gerät die Bereitstellung öffentlicher Güter unter Druck. Die Folgen dieser Entwicklung sind bereits sichtbar: häufigere Extremwetterereignisse, fortschreitende Entwaldung, Biodiversitätsverlust und Artensterben sowie wachsende soziale und ökonomische Risiken. Vor diesem Hintergrund erläutert Prof. Dr. Edenhofer neue Perspektiven für die internationale Kooperation. Im Zentrum stehen Instrumente wie CO2-Grenzausgleiche, Klimakoalitionen und internationale Finanzierungsmechanismen, die wechselseitige Anreize für Kooperation schaffen und das Trittbrettfahrerproblem überwinden sollen. Der Vortrag zeigt, warum eine strategische und kooperative Klimapolitik zunehmend auch im wirtschaftlichen und geopolitischen Eigeninteresse der EU liegt.