Sommerdeich-Öffnungen und Salzwiesen-Renaturierung im Norderland – wieso, weshalb, warum?

Lange Zeit wurden die im Deichvorland gelegenen Flächen durch menschlichen Einfluss geprägt und entwässert, um sie für Landwirtschaft nutzbar zu machen. Dafür wurden Grabensysteme angelegt und kleinere Sommerdeiche gebaut, die das Vieh auch vor Sommersturmfluten schützen sollen. Dadurch sehen viele dieser Flächen heute weniger wie Salzwiesen sondern eher wie normale Grünländer aus - so, wie man sie auch im Binnenland findet. Typische Salzwiesen mit ihrer charakteristischen Vegetation gibt es hier an der Festlandsküste meistens nur noch direkt seewärts des Sommerdeichs. Dabei sind sie etwas ganz Besonderes: Salzwiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen an der Küste, sind dabei den Launen der Gezeiten ausgesetzt, und spielen eine wichtige Rolle für den natürlichen Küstenschutz.

Diese wichtigen Lebensräume sind Teil des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Seit vielen Jahren werden verschiedene Projekte zur Wiederherstellung dieser natürlichen Lebensräume umgesetzt. Ziel ist es, die Flächen in einen natürlichen Zustand zurückzusetzen um im Anschluss Natur Natur sein lassen zu können.

Dafür wurden entlang der Niedersächsischen Nordseeküste in den letzten Jahren bereits an einigen Stellen Sommerdeiche geöffnet. So konnte sich dort durch natürliches einschwingen der Tide wieder ein besonderer Lebensraum entwickeln: die Salzwiese. Diese Flächen sind nicht nur wertvoll für Tiere und Pflanzen.

Ein großes Projekt ist Ende 2025 direkt vor unserer Haustür gestartet. Im Rahmen des Aktionsprogramms natürlicher Klimaschutz (ANK) soll ein Teil des Westerneßmersommerpolders wieder geöffnet werden. Dadurch wird das Gebiet wieder an die Gezeiten angeschlossen und Salzwiesen können sich dort wieder entwickeln. Gleichzeitig wird im Projekt untersucht, wie diese Flächen Kohlenstoff speichern und damit zum Klimaschutz beitragen können.

Im Vortrag wird zunächst erklärt, was Salzwiesen sind und warum sie so wichtig sind. Anschließend werden die konkreten Pläne für das Projekt „Kohlenstoffspeicherung durch natürliche Salzwiesenentwicklung im Bereich von Vorlandflächen und Sommerpoldern im Norderland (KoNaS-N)“ für das Gebiet vorgestellt. Im Anschluss daran gibt es Gelegenheit für Fragen.