WdKA-Botschafter Carel Mohn

Carel Carlowitz Mohn leitet Klimafakten seit dessen Start im Jahr 2011 und ist seit 2025 zudem Geschäftsführer von Klimafakten innerhalb der 2050 Media Projekt gGmbH. Zuvor war er für die European Climate Foundation, Agora Energiewende, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin, den Bundesverband der Verbraucherzentralen, das Internationale Sekretariat von Transparency International sowie das Büro von Bundespräsident a.D. Richard von Weizsäcker tätig. Er absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München und hat ein Diplom in Politologie. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der verständlichen und wirksamen Vermittlung von Klimathemen an Öffentlichkeit, Medien und gesellschaftliche Akteure. Carel Mohn ist Mitglied des Klimaschutzbeirats der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz, des Wissenschaftlichen Beirats des Energieforschungszentrums Niedersachsen sowie der Jury des Wettbewerbs „Blauer Kompass“ für Klimavorsorge und Klimaanpassung von Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt. Ehrenamtlich engagiert er sich bei Transparency Deutschland und ist Mitgründer von Lausitzer Perspektiven e.V.

Carel Mohn

Carel Mohn

ZKA: Toll, dass Sie die WdKA als Botschafter unterstützen. Warum ist Klimaanpassung aus Ihrer Sicht heute ein so wichtiges Thema? 

C.M.: "Anpassung", das klingt zunächst mal nach ganz schön viel Muss und nicht nach etwas, das unbedingt Spaß macht. Aber das wäre eine verkürzte Sicht auf die Klimaanpassung: denn tatsächlich können wir mit kluger Anpassung auch etwas gewinnen, was wir vorher nicht hatten - etwa einen Gewinn an Lebensqualität, weil zum Beispiel aus Parkflächen Park-Flächen werden. Der Zusatzbenefit: Gut gemachte Anpassung kann auch der Biodiversität, dem Umweltschutz oder der Krankheitsprävention einen Schub geben. 

ZKA: Welche Rolle spielt gute Kommunikation dabei, Menschen für Klimaanpassung zu sensibilisieren? 

C.M.: Wir können die Notwendigkeit, Klimaanpassung zu machen, mit sehr guten Argumenten begründen - aber wir wissen nicht zuletzt aus dem Klimaschutz, dass Menschen sich in ihrem Verhalten eben nicht nur an Argumenten und Fakten orientieren. Anders gesagt: Anpassung wird auch auf Widerstände stoßen, die man aus einer rein rationalen Perspektive für unerklärlich, ja geradezu bekloppt halten muss. Eine informierte Herangehensweise an Kommunikation hat genau das idealerweise im Blick und kann mit "unerklärlichen" Widerständen oder der Indifferenz von Menschen umgehen. 

ZKA: Was wünschen Sie sich von der Woche der Klimaanpassung für die öffentliche Debatte und für konkretes Handeln? 

C.M.: Bei Anpassung geht es sehr stark um Schadensprävention: Ich wünsche mir deshalb ein gemeinsames Lernen, was wir aus bisherigen Erfahrungen mit Prävention lernen und vielleicht auf die Klimaanpassung übertragen können - beispielsweise aus der Suchtprävention oder der Krebsvorsorge. Was ich mir dezidiert nicht wünsche, sind Menschen in politischen Spitzenämtern, die beispielsweise zur Hitzeanpassung den Menschen "viel trinken" empfehlen, die gleichzeitig aber nicht Stopp rufen, wenn Klimaschutz politisch ausgebremst wird oder klimaschädliche Praktiken sogar noch verstärkt (!) subventioniert werden, wie jüngst beim sogenannten Tankrabatt. 

Zurück zu den Botschafter*innen